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Echte Zwischenahner Handarbeit

  • Das Zinn für die Zinnlöffel muss zunächst erhitzt werden
  • Bernd Hillje fertigt die Zinnlöffel in reiner Handarbeit
  • Vorsichtig wird das heiße Zinn in die Löffelformen gegossen
  • Es kann mit drei Löffelformen gleichzeitig gearbeitet werden

Bernd Hillje fertigt in seiner Werkstatt Zinnlöffel für den Löffeltrunk

Ein zünftiges Aalessen in einer der traditionellen Gaststätten Bad Zwischenahns ist ohne dieses Ritual undenkbar: der Ammerländer Löffeltrunk. Ammerländer zelebrieren diese Tradition immer wieder gerne mit ihren Gästen. Den Zinnlöffel in der linken Hand haltend, wird der Trinkspruch zwischen Gastgeber und Gästen gesprochen: „Ick seh di!“ „Dat freit mi!“… Anschließend schmeckt der Weizenkorn besonders gut.

Aber die Wenigsten wissen wohl, dass nicht nur das Ritual aus Bad Zwischenahn kommt, sondern auch die Zinnlöffel selbst echte Zwischenahner Handarbeit sind. In der Werkstatt von Bernd Hillje im Industriegebiet in Kayhausen werden die Zinnlöffel in einer schweißtreibenden Prozedur hergestellt.

Zunächst muss das Zinn circa eine Stunde erwärmt werden. „Wenn es perlmuttfarben ist, ist es perfekt zum Gießen“, weiß Bernd Hillje. Bei einer Temperatur von zirka 360 Grad Celsius wird dann das fast reine Zinn – ein 5- bis 10-prozentiger Anteil Blei muss vorhanden sein, sonst wird das Zinn zu brüchig – in die Formen gegossen. Mit Wasser wird der Löffel dann kurz abgeschreckt und abgekühlt, damit er nicht bricht. Erst wenn das Zinn vollständig abgekühlt ist, kann der Löffel weiter verarbeitet werden.

Mit drei Löffelformen kann gleichzeitig gearbeitet werden. „So schaffen wir maximal 600 Löffel pro Tag“, sagt Hillje. Weitere zwei Tage sind nötig, um die Löffel so fertig zu stellen, dass sie in den Verkauf gehen können. Zunächst werden sie auf eine einheitliche Länge gebracht und der Gusskanal wird abgekniffen. Dann werden sie entgratet und geschliffen, damit sich der Nutzer nicht verletzt. In einem letzten Schritt wird der Löffel dann poliert um später schön glänzend den Ammerländer Löffeltrunk zu servieren – alles reine Handarbeit.

Die aufwändige Prozedur wird heute fast ausschließlich noch zur Herstellung der Zinnlöffel angewandt. Zwar sind in der Werkstatt auch andere Gussformen vorhanden, aber diese werden heute kaum noch genutzt. Erhältlich sind die Löffel aus der Produktion von Bernd Hillje in der örtlichen Gastronomie und im Einzelhandel.

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